Treffen mit Tim Cook: STERN verzichtet auf Nachfragen

Das exklusive STERN-Gespräch mit dem Apple-Chef ist enttäuschend ausgefallen. Anstatt sich auf zwei oder drei interessante Punkte zu konzentrieren und diese im direkten Dialog mit Tim Cook zu thematisieren, hat sich die Illustriert leider auf ein oberflächliches Geplänkel beschränkt.

Clickbait Stern

STERN: Viel Clickbait, wenig Substanz

So reißt der hier abgedruckte Text vom App Store, über den Ausbau der Service- und Abo-Angebote bis hin zur amerikanischen Monopol-Kritik viele der offenen Apple-Baustellen an, beißt sich aber nirgends fest und verlässt die angesteuerten Stationen oft schon nach zwei Halbsätzen wieder.

Das STERN-EXKLUSIV „Treffen mit Tim Cook“ liest sich entsprechend wie eine im Vorfeld zusammengestellte Checkliste, zu der Tim Cook anschließend soviel Substanz beigetragen hat, wie dekorierender Puderzucker auf schon kalten Crêpes.

Wir hätten es etwa ganz interessant gefunden, wenn Cooks Argumente für den App Store-Zwang nicht unkommentiert geblieben wäre. Die Erklärung des Apple-Chefs

[…] Bei uns kaufen die Kunden eine Erfahrung. Und diese Erfahrung beinhaltet einen vertrauenswürdigen Ort, an dem man Apps kaufen kann. Das stellen wir sicher, in dem wir kuratieren und alle Anwendungen überprüfen. […]

und die Wirklichkeit liegen nämlich doch weiter auseinander als der gemeine STERN-Leser nach dem selbst formulierten Schulterklopfer des CEOs annehmen wird. Abo-Tricksereien, Glücksspiel-Vorwürfe und schlichter Betrug haben in den vergangenen Monaten immer wieder für Schlagzeilen gesorgt.

Doch der STERN hält sich zurück und versucht sich lieber als Buzzfeed-Konkurrent. Direkt unter dem Cook-Artikel fischen Clickbait-Schlagzeilen wie „Überraschende Erkenntnis – Die neue Weitwinkel-Kamera des iPhone 11 lässt alles größer erscheinen. Ja, auch DAS.“ nach gelangweilten Besuchern und offenbaren das eigentliche Niveau des in vergangenen Jahren durchaus angesehenen Gesellschaftsmagazins.

erschienen bei Originalartikel

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